Wer beizeiten ein Stylesheet anlegt, spart sich endlose Nacharbeiten am Manuskript und die noch viel schlimmeren Korrekturschleifen in der Satzphase. Auch Ihr Verlag wird Sie lieben, wenn Sie dieses Tool verwenden.

Je länger eine Publikation, desto wichtiger ist das Stylesheet, denn kein Mensch kann sich während des Schreibprozesses die zahllosen Details merken, die das einheitliche – oder eben auch uneinheitliche – Erscheinungsbild einer Veröffentlichung ausmachen.

Wer schon weiß, worum es geht und was man bei Stylesheets beachten sollte, lädt sich einfach direkt die Word-Vorlage herunter. Die lässt sich nach Belieben anpassen und ergänzen. Gutes Gelingen!

 

Stylesheet-Vorlage

Was ist ein Stylesheet?

Im Publikationswesen bestehen Stylesheets vorrangig aus einer Auflistung von Schreibweisen und manchmal auch Textformatierungen, die beim Erstellen von Manuskripten zu berücksichtigen sind.

In der Liste ist beispielsweise festgehalten,

  • wie Eigennamen geschrieben werden (besonders wenn sie aus einer nichtlateinischen Schrift transkribiert wurden),
  • welche Abkürzungen und Akronyme verwendet werden,
  • ob es 3. Jh., 3. Jahrhundert oder drittes Jahrhundert heißt,
  • ob große Zahlen durch einen Punkt oder ein Leerzeichen gegliedert werden und ob man bereits vierstellige Zahlen (1.000) gliedert oder erst bei fünfstelligen Zahlen beginnt,
  • welche Schreibvariante gilt, wenn laut Duden mehrere Schreibweisen möglich sind (Beispiele: nahe liegend oder naheliegend, aufs Eindringlichste oder aufs eindringlichste),
  • ob es Biografie oder Biographie heißt,
  • welche Fachbegriffe vorzugsweise verwendet werden, wenn es Synonyme gibt,
  • ob eine Autorin bei der ersten Erwähnung im Text mit Vor- und Nachnamen zitiert wird und später dann nur noch mit ihrem Nachnamen,
  • ob lateinische oder englische Begriffe in einem deutschen Text kursiv gesetzt werden,

Abhängig vom Manuskript kann ein Stylesheet ganz schön umfangreich werden – obwohl es ja „nur“ eine Ergänzung der Verlagsrichtlinien und der offiziellen Regelungen durch Duden, Wahrig & Co. darstellt.

Wozu der ganze Aufwand?

Im Gegensatz zu alternativen Fakten sind alternative Schreibweisen nichts Schlimmes, aber ständig wechselnde Schreibweisen und Formatierungen machen eine Publikation inkonsistent. Und Inkonsistenz geht immer auf Kosten des Inhalts und des Textverständnisses, denn:

  • sie irritiert, stört den Lesefluss und zieht die Aufmerksamkeit vom Inhalt ab
  • sie kann dazu führen, dass Lesende eine plötzlich wechselnde Schreibweise als beabsichtigt interpretieren und darüber zu grübeln beginnen, ob ein tieferer Sinn dahintersteckt
  • sie führt zu einem Verlust an Glaubwürdigkeit und Vertrauen in den Text: wenn bei den Details geschludert wurde, dann möglicherweise auch beim Inhalt …

Es mag zu Beginn etwas mühselig erscheinen, ein Stylesheet anzulegen, aber diese Zeit ist äußerst sinnvoll investiert, denn nichts ist öder und frustrierender, als ein langes Manuskript nachträglich zu vereinheitlichen. Am schlimmsten ist es bei Sammelbänden, wenn eine ganze Reihe von völlig unterschiedlich gestalteten Beiträgen aneinander angeglichen werden muss – ein zu Beginn an alle Beteiligten verteiltes Stylesheet kann den Herausgeber*innen viel Arbeit ersparen.

Außerdem: Wer ein Manuskript lektorieren lässt, reduziert den Lektoratsaufwand und spart unter Umständen eine Menge Geld.

Warum nicht einfach die Verlagsrichtlinien verwenden?

Die von den meisten Verlagen bereitgestellten Richtlinien sind schon ein gutes Instrument, um ein Manuskript konsistent zu gestalten. Zudem handelt es sich meist um verbindliche Vorgaben, deren Umsetzung gelegentlich auch im Buchvertrag als verbindlich festgelegt ist.

Aber jedes Manuskript ist anders, und Verlagsrichtlinien können nicht alles abdecken. Daher sollte man zusätzlich immer noch ein eigenes Stylesheet anlegen, in dem die zahlreichen Dinge geregelt sind, die in den Richtlinien nicht erwähnt werden.

Tipp: Wenn Sie keine Verlagsvorgaben beachten müssen, weil Sie beispielsweise ohne Verlag auf einem Fachserver publizieren, tun Sie trotzdem gut daran, die Richtlinien eines Verlags oder einer Buchreihe Ihrer Wahl zu verwenden. Mehr dazu finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Und so geht’s

  • Stylesheet-Vorlage herunterladen und abspeichern
  • Der beste Zeitpunkt zum Anlegen des Stylesheets ist, wenn Sie Ihren Text schreiben. Es entwickelt sich dann parallel zum Manuskript. Aber auch wenn das Manuskript schon existiert, hilft ein neu angelegtes Stylesheet bei der Korrekturarbeit.
  • Achten Sie während des Schreibens oder Lektorierens in Ihrem Manuskript auf wiederkehrende Elemente wie Querverweise, Eigennamen, Maß- und Zeitangaben usw. Entscheiden Sie sich jeweils für eine Schreibweise bzw. Formatierung und halten Sie diese im Stylesheet fest.
  • Die Word-Vorlage enthält bereits einige typische Kategorien und Beispiele dieser sich wiederholenden Elemente, die Sie nach Belieben anpassen und ergänzen können.
  • Wollen Sie eine bereits festgelegte Schreibweise nachträglich ändern, können Sie mit der Suchen-Ersetzen-Funktion von Word Ihr Manuskript entsprechend anpassen.
  • Tipp zur besseren Orientierung: Die Tastenkombination Strg + F öffnet das Navigationsfenster. Ist der Reiter „Überschriften“ ausgewählt, hat man einen Überblick über die im Stylesheet angelegten Überschriften (Formatvorlage Ü1), was bei umfangreichen Stylesheets hilfreich sein kann.
  • Wer alles übersichtlich und schnell auffindbar an einem Ort haben will, überträgt auch die Vorgaben aus den Verlagsrichtlinien ins Stylesheet.
  • Das Stylesheet können Sie auch an andere weitergeben, die das Manuskript lektorieren oder korrigieren sollen.