Wer soll das bezahlen?

Promovierende gehören nicht unbedingt zu den Großverdienern, daher stellen sich viele die bange Frage, wie sie die angestrebte, oft sündhaft teure Dissertationspublikation im Fachverlag finanzieren sollen. Glücklicherweise gibt es einige Stiftungen und Institutionen, bei denen man sich um Druckkostenzuschüsse bewerben kann – Voraussetzung ist meist eine Bewertung mit summa oder mindestens magna cum laude. Einige Förderprogramme stehen allen Fächern oder zumindest Gruppen von Fächern zur Verfügung, andere vergeben Druckkostenzuschüsse für einzelne Teildisziplinen, sind regional beschränkt oder stehen nur den Angehörigen einer bestimmten Universität offen.

Wo recherchieren?

Wer im Internet die entsprechenden Suchwörter eingibt, wird schnell fündig, denn einige Websites enthalten Listen zum Thema Druckkostenfinanzierung. Einen guten Überblick bietet beispielsweise die Universität Duisburg, bei der die Fördergeber nach Fächern und Fächergruppen sortiert und mit einem kurzen Kommentar versehen sind:

https://www.uni-due.de/ssc/fofoer/foerderbedarf_druckkosten.php#afg

Bei der folgenden Übersicht muss man den Filter auf „Promovierende“ einstellen:

https://www.e-fellows.net/Studium/Stipendien/Stipendien-Datenbank/Stipendium-suchen-finden

Etwas unübersichtlicher, aber wirklich umfassend ist ELFI – die Servicestelle für ELektronische ForschungsförderInformationen im deutschsprachigen Raum. Die Nutzung dieser Datenbank ist kostenpflichtig, aber als Hochschulangehörige solltet ihr über eure Uni Zugang bekommen:

https://www.elfi.info/recherche.php

Außerdem solltet ihr euch bei eurem Fachbereich oder dem Forschungsreferat der Uni erkundigen, ob es universitäre Fördermittel für Dissertationspublikationen gibt.

Nachträgliche Finanzspritzen: Promotionspreise und die VG Wort

Abgesehen von der direkten Vergabe von Druckkostenzuschüssen kommen auch diverse Promotionspreise als Nachfinanzierung in Betracht, die von Universitäten, Stiftungen, Fachgesellschaften, von einzelnen Verlagen (z. B. Harrassowitz, De Gruyter, Barbara Budrich), aber auch von Wirtschaftsinstituten (wie z. B. Banken) vergeben werden. Gib einfach mal das Stichwort „Promotionspreis“ in die Suchmaschine ein, eventuell in Verbindung mit deinem Fach.

Wer einen Wahrnehmungsvertrag mit der VG Wort abschließt und seine Publikationen dort anmeldet, wird an den jährlichen Ausschüttungen beteiligt. Das gilt nicht nur für Dissertationen, sondern auch für andere Veröffentlichungen – die Konditionen . Die VG Wort ist eine Verwertungsgesellschaft, die bei Bibliotheken, Herstellern von Kopiergeräten etc. die sog. Urheberrechtsabgabe einsammelt und dieses Geld an Autorinnen und Autoren verteilt, die mit der VG Wort einen Wahrnehmungsvertrag abgeschlossen und ihre Publikationen dort angemeldet haben.

Achtung: Einnahmen aus VG-Wort-Ausschüttungen sind steuerpflichtig!

Den Wahrnehmungsantrag kannst du sofort abschließen, für die Meldung einer Publikation im Meldesportal T.O.M. hast du bis zu 3 Jahre Zeit, aber natürlich solltest du ein Werk so schnell wie möglich anmelden, um an den Ausschüttungen beteiligt zu werden. Die Höhe der Ausschüttung wechselt – sie ist schließlich abhängig von der Menge der Einnahmen und der Anzahl der angemeldeten Publikationen. Aber sie kann einige hundert bis über 1000 Euro betragen.

Um an den Ausschüttungen beteiligt zu werden, muss ein Werk in mindestens zwei regionalen Bibliotheks-Verbundsystemen mit mindestens fünf Standorten vertreten sein.

Auch Online-Publikationen kann man bei der VG Wort melden (über METIS), sie nehmen an separaten Ausschüttungen teil. Für Texte im Internet gibt es eine reguläre Ausschüttung, bei der die Zugriffszahlen auf das Dokument relevant sind, sowie eine jährliche Sonderausschüttung.

Achtung: Die VG Wort setzt sog. Zählmarken. Falls du deine Dissertation auf dem Hochschulserver veröffentlichen möchtest, solltest du in Erfahrung prüfen, ob deine Universität dieses Verfahren zulässt. Falls nicht, bleibt dir nur die Teilnahme an der jährlichen Sonderausschüttung, bei der allerdings mit deutlich niedrigeren Zahlungen zu rechnen ist.

Links

Hier geht’s zur Website der VG Wort: https://www.vgwort.de/startseite.html

Wahrnehmungsvertrag abschließen: https://www.vgwort.de/teilnahmemoeglichkeiten/wahrnehmungsberechtigte.html

https://tom.vgwort.de/portal/registration/editNewRegistration

METIS: Meldesystem für elektronische Texte: https://www.vgwort.de/verguetungen/auszahlungen/texte-im-internet.html

Auch in der Schweiz und in Österreich gibt es Verwertungsgesellschaften für Autorinnen und Autoren:

https://prolitteris.ch/

https://literar.at

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